Wissenswertes

Römisches Speyer — die Anfänge am Rhein

Lange bevor die Salier den Dom bauten, war Speyer eine römische Siedlung. Noviomagus, später Civitas Nemetum, lag strategisch am Rhein und entwickelte sich vom Militärlager zur zivilen Stadt mit Handel und Verwaltung. Funde im Stadtgebiet zeugen bis heute von dieser Epoche.

von Speyer-Interaktiv Redaktion

Speyer beginnt im Jahr 10 v. Chr. mit einem Römerlager am Rhein. Bis ins 3. Jahrhundert hieß die unbefestigte Siedlung Noviomagus, ab dem 4. Jahrhundert ist der Name Spira belegt, aus dem unser heutiges Speyer wurde. Damit zählt die Stadt zu den ältesten kontinuierlich besiedelten Orten Deutschlands und legte den Grundstein für das spätere mittelalterliche Speyer.

Noviomagus: Vicus am Rhein

Die römische Siedlung war ein klassischer Vicus, also eine unbefestigte zivile Siedlung mit Handwerk, Handel und Verwaltung. Sie lag verkehrsgünstig am Schnittpunkt von Rheinhandel und Landverbindungen, was Speyer schon damals zu einem regionalen Knotenpunkt machte.

Archäologische Grabungen im gesamten Stadtgebiet haben über die Jahrzehnte dichte Spuren römischer Bautätigkeit ans Licht gebracht: Wohnhäuser, Werkstätten, Gräberfelder und Reste öffentlicher Bauten. Die Funde zeigen eine geordnete Siedlung mit Tempelbezirken und Verwaltungsgebäuden.

Römische Bauwerke

Zu den bedeutendsten römischen Resten in Speyer gehören:

  • Kaisertherme: Reste einer Thermenanlage zeugen von der römischen Bade- und Sozialkultur. Teile der Grundmauern sind dokumentiert.
  • Amphitheater: Ort für Spiele und öffentliche Aufführungen. Nur noch wenige Strukturen sind erhalten, geben aber Auskunft über die kulturelle Bedeutung.
  • Gräberfelder: Mehrere römische Bestattungsplätze wurden im Stadtgebiet identifiziert. Die Grabbeigaben erlauben Rückschlüsse auf den sozialen Status der Bestatteten.

Der Römerwein

Das wohl spektakulärste römische Fund-Stück Speyers liegt im Historischen Museum der Pfalz: der Römerwein von Speyer, eine Glasflasche aus einem Sarkophag des 4. Jahrhunderts. Sie gilt als die älteste erhaltene Weinflasche der Welt mit flüssigem Inhalt und ist ein Pflichtstopp jedes Museumsbesuchs.

Daneben zeigt das Museum Keramik, Münzen, Werkzeuge und Schmuck aus römischen Gräbern und Wohnhäusern. Die Sammlung gehört zu den umfangreichsten der Region.

Spuren in der Altstadt

Auch wenn das mittelalterliche und barocke Speyer das Stadtbild prägt: Bei Bauarbeiten in der Altstadt stoßen Archäologen regelmäßig auf römische Schichten — eine ausführliche Übersicht bietet der Artikel zu den archäologischen Funden. Unter den heutigen Straßen verlaufen teilweise die alten römischen Trassen, Fundamente und Mosaike kommen bei Grabungen zutage. Die römische Stadtmauer markierte die Grenzen des Vicus, einzelne Abschnitte sind noch dokumentiert.

Bedeutung der Römerzeit

Die Römerzeit brachte das Land am Rhein in einen mediterran geprägten Wirtschafts- und Verwaltungsraum. Speyer profitierte als Handelsort vom Rheinverkehr und wurde gesellschaftlich, wirtschaftlich und religiös tief geprägt. Aus dem Vicus Noviomagus entwickelte sich die spätantike Civitas Nemetum, die schließlich Bischofssitz und mittelalterliche Reichsstadt unter den Saliern wurde. Ohne die römische Grundlage wäre Speyers Aufstieg im Hochmittelalter kaum denkbar gewesen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hieß Speyer in der Römerzeit?

Bis ins 3. Jahrhundert trug die Siedlung den Namen Noviomagus, ab dem 4. Jahrhundert Spira, woraus der heutige Name Speyer entstand.

Welche römischen Bauwerke gab es in Speyer?

Belegt sind unter anderem eine Thermenanlage (Kaisertherme), ein Amphitheater, Tempelbezirke und mehrere Gräberfelder. Teile sind archäologisch erschlossen.

Wo kann man römische Funde in Speyer sehen?

Die wichtigste Adresse ist das Historische Museum der Pfalz mit dem berühmten Römerwein und einer großen Sammlung von Keramik, Münzen und Grabbeigaben.

Was ist der Römerwein von Speyer?

Eine Glasflasche aus einem römischen Sarkophag des 4. Jahrhunderts, die noch immer flüssigen Inhalt enthält. Sie gilt als älteste erhaltene Weinflasche der Welt.

Findet man heute noch römische Reste im Boden?

Ja. Bei Baumaßnahmen in der Altstadt werden regelmäßig Fundamente, Mosaike und Alltagsgegenstände aus der Römerzeit gefunden.

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Auf römischen Spuren durch Speyer

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