Wissenswertes
Archäologische Funde in Speyer
Die Stadtarchäologie Speyer hat in den vergangenen Jahrzehnten beeindruckende Funde gemacht — von jungsteinzeitlichen Skeletten über römische Gräber bis zu mittelalterlichen Stadtbefestigungen. Das Archäologische Schaufenster zeigt einen Teil davon publikumsnah.
Speyer ist für Archäologen ein dichter Fundort. Bei Ausgrabungen im Stadtgebiet wurden Spuren von der Jungsteinzeit über die Kelten und Römer bis ins Mittelalter dokumentiert. Die wichtigsten Funde sind im Historischen Museum der Pfalz und im Archäologischen Schaufenster zu sehen.
Älteste Funde aus der Jungsteinzeit
Auf dem Gelände der Diakonissenanstalt in Speyer wurden Skelettreste gefunden, die in die frühe Bronzezeit datieren. C14-Datierungen ergaben Werte von 1861-1616 v. Chr., was diese Bestattungen zu einigen der ältesten dokumentierten Funde der Region macht.
Beigaben wie eine kleine Goldspirale gehören zu den frühesten Goldfunden des Südwestens. Solche Funde sind selten und liefern wichtige Hinweise auf Handelsbeziehungen und soziale Strukturen der Bronzezeit.
Römische Überreste
Aus römischer Zeit stammen die umfangreichsten Funde:
- Vicus Noviomagus: Reste der unbefestigten Siedlung mit Wohnhäusern, Werkstätten und Verwaltungsgebäuden.
- Gräberfelder: Mehrere römische Bestattungsplätze mit Sarkophagen und Grabbeigaben.
- Villen und Tempel: Reste landwirtschaftlicher Anlagen und Heiligtümer im Umland.
Die Funde zeigen eine wohlorganisierte römische Siedlung mit Handel, Handwerk und religiösem Leben. Bei jeder größeren Baumaßnahme in der Altstadt werden bis heute römische Schichten angeschnitten.
Keltische Fürstengräber
Aus der Zeit vor den Römern stammen keltische Fürstengräber in der weiteren Region. Reich ausgestattete Bestattungen mit Goldschmuck, Waffen und Trinkgefäßen belegen den hohen sozialen Status der Bestatteten und die handwerkliche Qualität der keltischen Kultur.
Ein besonders einzigartiger Fund ist ein keltisches Signalhorn aus Metall, das selten erhalten ist und auf rituelle oder militärische Verwendung schließen lässt.
Mittelalter und früh Neuzeit
Im Stadtgebiet wurden zudem mittelalterliche Stadtbefestigungen, Reste der jüdischen Mikwe (siehe SchUM-Welterbe im Judenhof), Brunnenanlagen und Fundamente von Kirchen und Klöstern dokumentiert. Diese Funde ergänzen das Bild der hochmittelalterlichen Reichsstadt mit konkreten archäologischen Befunden.
Historisches Museum der Pfalz
Das Historische Museum der Pfalz ist die zentrale Adresse für archäologische Funde Speyers. Highlights:
- Der Römerwein aus dem 4. Jahrhundert, älteste flüssige Weinprobe der Welt.
- Der Goldene Hut von Schifferstadt, ein bronzezeitlicher Kulthut aus Goldblech.
- Eine umfangreiche Sammlung römischer Keramik, Schmuck und Alltagsgegenstände.
Das Museum verbindet wissenschaftliche Tiefe mit publikumsnaher Vermittlung und gehört zu den meistbesuchten Häusern der Region.
Archäologisches Schaufenster
Das Archäologische Schaufenster in der Innenstadt ist eine kleine, aber feine Anlaufstelle. Hier zeigt die Landesarchäologie Rheinland-Pfalz aktuelle Grabungsergebnisse und gibt Einblick in die Arbeit der Archäologen. Ein guter Ort, um Speyers Vergangenheit auch jenseits der großen Museumsausstellungen zu erleben.
Landesarchäologie Rheinland-Pfalz
Die Landesarchäologie schützt und dokumentiert archäologische Stätten in ganz Rheinland-Pfalz. Sie führt Notgrabungen bei Baumaßnahmen durch, dokumentiert Funde wissenschaftlich und arbeitet mit Universitäten und Museen zusammen. Speyer ist einer der wichtigsten Stützpunkte dieser Arbeit — die archäologische Arbeit ergänzt das Bild der Baukunst Speyers und macht Grünflächen wie den Adenauerpark immer wieder zu Grabungsorten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der älteste Fund in Speyer?
Skelettreste aus der frühen Bronzezeit (1861-1616 v. Chr.) mit Beigaben wie einer kleinen Goldspirale.
Wo kann man römische Funde sehen?
Das Historische Museum der Pfalz zeigt die größte Sammlung, darunter den Römerwein. Das Archäologische Schaufenster ergänzt mit aktuellen Grabungsergebnissen.
Was ist der Vicus Noviomagus?
Die unbefestigte römische Siedlung, aus der Speyer hervorgegangen ist. Sie bestand vom 1. bis ins 4. Jahrhundert.
Gibt es noch keltische Spuren?
Ja, vor allem keltische Fürstengräber in der Region zeigen die vorrömische Kulturschicht. Das Signalhorn aus Metall ist ein besonders bemerkenswertes Stück.
Wo arbeitet die Landesarchäologie?
Die Landesarchäologie Rheinland-Pfalz hat in Speyer eine wichtige Außenstelle und betreut Grabungen und Forschung in der ganzen Region.
Touren & Tickets
Archäologische Schätze aus Speyer
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